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Shanghai Hairy Crab

by fabian | Später lesen
Shanghai Hairy Crab

Im Herbst, während des neunten und zehnten Monats des chinesischen Mondkalenders (etwa Oktober – Dezember) ist entlang der chinesischen Ostküste und in der Umgebung von Shanghai Krabbenzeit. Vor allem die sogenannten Wollhandkrabbe (毛蟹 máoxiè - "midden crab" oder "hairy crab") ist in der chinesischen Küche eine begehrte Delikatesse. Nach traditioneller Zubereitung werden die Krabben mit Schnüren zusammengebunden, um zu verhindern, dass der wohlschmeckende Saft beim Kochen austritt, dann werden sie mit Dampf gegart und anschließend als ganzes serviert. Ihren Namen bekam die Krabbe, wegen dem dichten Haarpelz an den Scheren, welcher die Art unverwechselbar macht.

Yangcheng-Krabbe
Die haarigen Krabben werden in mehreren Süßwasserseen entlang der Ostküste, wie zum Beispiel im Hongze See (洪泽湖) und im Tai See in der Provinz Jiangsu, gezüchtet. Die begehrtesten Krabben stammen jedoch aus dem Yangcheng See, einen Südwassersee im Nordosten der Stadt Suzhou in der Provinz Jiangsu. Siebenmal mehr kostet eine Krabbe aus dem Yangcheng See als seine Artgenossen weniger nobler Herkunft. Daher wundert es eigentlich auch nicht, dass diese Yangcheng-Krabbe in China häufig auch kopiert wird. Um dem entgegenzuwirken werden inzwischen Echtheitszertifikate ausgestellt und Identifizierungsnummern in den Panzer der Krabben eingraviert.

Krabben aus Europa
In den 20er Jahren tauchte die chinesische Wollhandkrabbe plötzlich im Rhein an der deutsch-niederländischen Grenze auf, welche als blinde Passagiere von Schiffen, die zuvor im Yangtze vor Anker gegangen waren mitgebracht wurden. Da die Krabben keine natürlichen Feinde haben und auch nicht als Delikatesse bekannt sind verbreiteten sie sich schnell über die ganze Nordsee bis nach Schottland. Bei den Fischern aus Europa sind die Krabben wenig beliebt und werden mancherorts sogar als schädliche Plage angesehen. Sie fressen einheimische Fischeier oder zerschneiden mit ihren scharfen Scheren die Netze und Reusen der Fischer, so dass der Hauptfang verloren geht.

Export nach China
Die hohe Begehrtheit der Krabbe führte letztendlich auch noch zur Überfischung im Yangcheng See. Um die geschrumpfte Krabbengemeinde ein bisschen aufzufrischen werden inzwischen die Krabben von Deutschland und Niederlande nach China exportiert und im Yangcheng See ausgesetzt.



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Shanghai


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